Kinostarts am 26. Juli: „The Dark Knight Rises“ ohne Konkurrenz

 

 

 

 

 

Vor acht Jahren ist Batman in die Nacht verschwunden – seit diesem Moment befindet sich der Held auf der Flucht. Der Dunkle Ritter nahm die Schuld am Tod von Staatsanwalt Harvey Dent auf sich und opferte sich so für die gute Sache, der er sich zusammen mit Commissioner Gordon verschrieben hat. Eine Zeit lang hat diese Lüge funktioniert: Dents neu eingebrachtes Gesetz sorgte dafür, dass die Kriminalitätsraten in Gotham City deutlich sanken. Aber das ändert sich plötzlich radikal, als eine gerissene, katzenhafte Einbrecherin ihre undurchsichtigen Pläne zu verwirklichen beginnt. Weitaus gefährlicher ist allerdings der maskierte Terrorist Bane: Mit seinem skrupellosen Vorgehen bringt er Bruce dazu, sein selbstgewähltes Exil aufzugeben. Doch selbst als er wieder zu Cape und Maske greift, scheint der Dunkle Ritter Bane unterlegen.

 

Trailer #4

 

Trailer #3

 

Trailer #2

 

offizieller Trailer

 

GORDON: „Batman ist der Held, den Gotham verdient, aber er wird derzeit nicht gebraucht.“

Das sagte Commissioner Gordon 2008 am Ende von „The Dark Knight“ (The Dark Knight) – und damit setzte er die schicksalhafte Verschwörung in Gang, die Batman zum Mörder stempelte, während Harvey Dent als Kämpfer für Gesetz und Ordnung dargestellt wurde, der sich für die Sache aufgeopfert hat – die Öffentlichkeit erfuhr nie, dass er in Wirklichkeit als rachsüchtiger Two-Face gestorben war. Als Resultat dieser Lüge wurden in Gotham City rigide neue Gesetze verabschiedet, die Kriminelle hinter Gitter brachte oder außerhalb der Stadtgrenzen verbannte.

Regisseur/Autor/Produzent sagt: „Unsere Story setzt acht Jahre später wieder ein – inzwischen sieht es so aus, als ob sich Batmans und Commissioner Gordons Plan bewährt hat: Der Dunkle Ritter wird in Gotham nicht mehr gebraucht. So gesehen hat Bruce Wayne die Schlacht gewonnen, aber er ist von den Ereignissen traumatisiert und weiß nicht, wie er das Batman-Image loswerden soll. ‚The Dark Knight Rises‘ (The Dark Knight Rises) beschäftigt sich intensiv mit den Konsequenzen seines Verhaltens und den Taten anderer in den vorangegangenen Filmen.“ Mit diesem letzten Film seiner „Dark Knight“-Trilogie beendet Nolan die Geschichte, die er 2005 mit „Batman Begins“ (Batman Begins) vorstellte. Er erinnert sich: „Wir alle finden es äußerst aufregend, den Spannungsbogen jetzt zu Ende zu bringen und den Kreis zu schließen – das war unser Hauptanliegen für unsere Rückkehr nach Gotham. Außerdem spüren wir die ungeheure Verantwortung für die Erfüllung der Erwartungen, die wir mit den ersten beiden Filmen geweckt haben, wobei wir den Zuschauern auch etwas bieten wollen, was sie noch nie gesehen haben. Diese Gratwanderung gestaltet sich sehr schwierig.“ Die Filmemacher und Darsteller wollen zudem das Gleichgewicht zwischen atemloser Action und intimen Gefühlen halten. Produzentin Emma Thomas bekräftigt: „Gleich zu Beginn nahm Chris sich vor, jeden dieser Filme so zu gestalten, dass er eigentlich in kein Genre passt. ‚The Dark Knight Rises‘ bietet all die Spannung und den Spaß, die man von einem großen Sommerfilm erwarten darf. Es gibt monumentale Action-Elemente, aber Story und Figuren haben mindestens ebenso viel Gewicht – denn wie sollte uns das ganze Brimborium beeindrucken, wenn wir uns emotional nicht angesprochen fühlen?“ Produzent Charles Roven ergänzt: „Der Film soll uns in Erstaunen versetzen, aber die Story soll uns ebenfalls mitreißen. Egal wie groß der Aufwand ist – Chris konzentriert sich immer auf die Geschichte, auf die Beziehungen der Figuren – das lässt sich in all seinen Filmen nachvollziehen.“ Im Zentrum der Story steht in allen drei Filmen eine Figur. Nolan sagt: „In unserer Version der Batman-Legende lassen wir uns von Bruce Waynes Schicksal den Weg vorgeben. Darauf lege ich größten Wert, und darin bin ich mir mit (den Co-Autoren) David Goyer und meinem Bruder Jonah (Nolan) durchaus einig.“ übernimmt wieder die Titelrolle. Er berichtet: „In ‚Batman Begins‘ erlebten wir die leidvolle Tragödie, die diesen zornigen jungen Mann motiviert – er kommt sich nutzlos vor und sucht sich seinen Weg, ein Ziel, er sucht sich selbst. In ‚The Dark Knight‘ findet er dann diesen Weg. Er macht sich nützlich, er verwirklicht das Optimum dessen, was seine Fähigkeiten ihm erlauben. Inzwischen sind acht Jahre vergangen, und er hat seine Motivation verloren … bis er sich gezwungen sieht, auf eine neue Bedrohung der Stadt und seiner Person zu reagieren.“ Diese Bedrohung wird verkörpert durch den gnadenlosen maskierten Schurken Bane, der sich den Bürgern von Gotham durch eine explosive Machtdemonstration vorstellt. Scarecrow war ein Wahnsinniger, der Joker ein Anarchist, doch „Bane ist ein Terrorist – mental und in dem, was er anstellt“, sagt , der Batmans neuen Erzfeind spielt. „Er ist nicht nur körperlich furchterregend, sondern auch sehr intelligent, was ihn besonders gefährlich macht.“

Dazu Nolan: „Bei der Auswahl eines neuen Bösewichts war es entscheidend, dass er sich total vom Joker unterscheiden muss – er soll mit brutaler Gewalt vorgehen. Der körperliche Aspekt dessen, was Bruce Wayne als Batman leistet, ist außerordentlich wichtig – aber in den ersten beiden Filmen wurde er in dieser Hinsicht eigentlich nicht sonderlich gefordert. Diesmal wollte ich Batman mit einem Gegner konfrontieren, der ihm körperlich wie intellektuell ebenbürtig ist. Bane ist ein schieres Kraftpaket mit einem fanatischen Pflichtgefühl – dieser Kombination kann niemand Einhalt gebieten.“ „Erstmals erscheint es höchst unwahrscheinlich, dass Batman eine körperliche Auseinandersetzung übersteht“, meint Bale. „Seit Jahren hat er jeden Einsatz gemieden, seine Kondition ist also von vornherein geschwächt, und Bane ist nicht nur unglaublich stark, sondern geht auch skrupellos militant vor und verfolgt unbeirrbar seine Ideologie.“ Es ist jedoch nicht Bane, der Bruce Wayne veranlasst, Wayne Manor zu verlassen – vielmehr hat Bruce eine verblüffende Begegnung mit einer außergewöhnlich gerissenen Diebin namens Selina Kyle – in Batmans Welt ist sie besser bekannt als Catwoman. Nolan sagt: „Wir wollten Catwoman unbedingt in diesen Film einbringen, aber wir bemühen uns immer, unsere Figuren organisch in unsere Welt zu integrieren. Selina ist eine Fassadenkletterin, eine Trickbetrügerin – im Grunde ist sie die klassische Femme fatale des Kinos. Davon ging ich aus, und in diesem Sinne haben wir die Ikone Catwoman gestaltet.“ ist die Einzige unter den Hauptdarstellern, die erstmals mit Nolan arbeitet. Sie gibt zu: „Über Selina Kyle lässt sich kaum etwas sagen, weil sie ihre Persönlichkeit massiv abschottet und mit Geheimnissen umgibt. Sie folgt ihrer eigenen Moral – was manchmal bedeutet, dass sie Dinge tut, die andere Leute für fragwürdig halten.“ Drehbuchautor Jonathan Nolan sagt: „Etwas in ihrer moralisch zweifelhaften Philosophie spricht Batman an – er kann damit etwas anfangen. Auf ganz verdrehte Art passt ihr Yin zu seinem Yang. So entsteht zwischen den beiden eine originelle Dynamik, weil sie ihn spielerisch auf den Arm nimmt – es funkt zwischen den beiden, sie verstehen sich, was das Grüblerische seiner Figur relativiert.“ „The Dark Knight Rises“ stellt zwei neue Weggefährten von Bruce Wayne/Batman vor: spielt die wohlhabende Philanthropin Miranda Tate, die im Vorstand von Wayne Enterprises sitzt und bald eine vertraute Freundin wird. übernimmt eine weitere Originalrolle: Er ist als Polizist John Blake zu sehen, der Commissioner Gordon mit seinem Mut und seiner Integrität beeindruckt. Gary Oldman spielt erneut den Polizeichef von Gotham City, Commissioner Gordon, der bitter dafür bezahlen muss, dass er die Wahrheit über Harvey Dents Tod zurückgehalten hat. „Er respektiert Batmans Opfer, aber dass er zulässt, den Bürgern von Gotham eine Lüge aufzutischen, widerspricht total seinen Grundsätzen“, sagt der Schauspieler.

Bruce Waynes treuer Butler Alfred wird wieder von Michael Caine verkörpert. Nolan sagt: „Alfred und Bruce sind emotional unzertrennlich – das wird auf die eine oder andere Art in jedem der Filme auf die Probe gestellt, aber in ‚The Dark Knight Rises‘ führt das zu einer wahren Zerreißprobe. Bruce liegt Alfred wirklich am Herzen – deshalb wagt Alfred es auch, Bruces Entscheidungen, seine Richtung im Leben infrage zu stellen. Natürlich führt das zu Konflikten.“ Eine weitere Person kennt die wahre Identität von Batman – der geniale Chief Executive Officer von Wayne Enterprises, Lucius Fox, der einmal mehr von Morgan Freeman dargestellt wird. Jonathan Nolan berichtet: „Für mich war es bei diesem Film eine ganz besondere Freude, wieder Szenen für Michael Caine, Gary Oldman und Morgan Freeman schreiben zu dürfen. Die drei verbindet der Umstand, dass sie alle auf ihre Art Vaterfiguren für Bruce Wayne darstellen, wobei ihm Alfred natürlich am nächsten steht. Alfred, Gordon und Lucius leben Bruce aufgrund ihrer Persönlichkeit jeweils vor, wie er ein besserer Mensch werden kann.“ Im Laufe der Trilogie hat Fox Batman immer wieder mit Weiterentwicklungen technischer Hilfsmittel versorgt – vom Bat-Anzug über den Tumbler bis zum wendigen Bat-Pod, mit dem der Dunkle Ritter die Straßen von Gotham City pfeilschnell durchstreifen kann. Im neuen Film erhebt er sich endlich auch in die Luft – mit einem Fluggerät, das passenderweise Bat heißt und eine Kombination aus Helikopter und Senkrechtstarter darstellt. Auch durch den vermehrten Einsatz der IMAX-Kameras legte der Regisseur beim Dreh von „The Dark Knight Rises“ die Messlatte noch einmal höher. Fast die Hälfte des Films wurde in dem großen Filmformat gedreht, wobei jedes einzelne Filmbild 15 Perforationslöcher hoch und 65 mm breit ist. Dazu Nolan: „Beim letzten Film erzielten wir mit den IMAX-Kameras hervorragende Resultate. Was sie technisch leisten, weiß ich zu schätzen, aber vor allem interessiert mich, wie sie mich beim Erzählen der Geschichte unterstützen können. Wie kann ich damit die Zuschauer noch intensiver ins Geschehen ziehen? IMAX bietet das denkbar größte Filmpanorama und erlaubt uns, völlig in die Handlung einzutauchen.“ Die Dreharbeiten zu „The Dark Knight Rises“ führten die Darsteller und Filmemacher über drei Kontinente und in luftige Höhen. Die Action beginnt in der Luft, wo Bane seinen brutalen Amoklauf mit einer tödlichen Flugzeugentführung beginnt. Ein Großteil dieser haarsträubenden Sequenz wurde tatsächlich an Bord fliegender Maschinen über Schottland gedreht. In Großbritannien kamen auch Schauplätze in Wales und in Cardington zum Einsatz: Dieser gewaltige Flugzeughangar ist inzwischen eine Art Hauptquartier für Nolan und sein Team – hier wurden etliche Innensets gebaut.

Auf der Weltreise des Batman-Teams entstanden auch Szenen in Indien und in den USA. Erstmals wurden Schauplätze aus drei verschiedenen Städten zu Gotham City kombiniert: Gedreht wurde in Pittsburgh, Los Angeles und in jener Stadt, die manchmal den Spitznamen Gotham trägt: New York. Nolan berichtet: „Im Rückblick auf die Filme merkt man, dass sie ein Abbild unser realen Welt bieten, aber wir wollen nicht zu sehr ins Detail gehen. Wir bringen in die Geschichten nur ein, was uns bewegt, was uns angeht. Was macht uns Angst? Was lässt uns hoffen? Was müsste passieren, damit jemand von Batmans Kaliber in unserer Welt seinen Platz finden könnte?“

GORDON: „Batman muss zurückkehren.“ BRUCE: „Und wenn er gar nicht mehr existiert?“ GORDON: „Das muss er. Das muss er.“ 

In „Batman Begins“ hatte Bruce Wayne versprochen, Wayne Manor wiederaufbauen zu lassen – dieses Versprechen hält er, und die Villa „sieht so aus wie vorher“. Inzwischen dient sie ihrem Besitzer aber eher als Fluchtburg, denn er hat sich hinter den imposanten Mauern regelrecht verschanzt. David S. Goyer, der die Story zu „The Dark Knight Rises“ mit Christopher Nolan konzipiert hat, sagt: „Wir beschlossen, zwischen der Handlung des letzten und des neuen Films acht Jahre verstreichen zu lassen – die Zeit soll ausreichen, um die Batman-Legende ein wenig in Vergessenheit geraten zu lassen. Bruce Wayne selbst soll sich hinter einen Schleier aus Gerüchten und Geheimnissen zurückziehen.“ Zum dritten und letzten Mal übernimmt Christian Bale die Doppelrolle von Bruce Wayne und Batman. Er sagt: „Bruce fühlt sich total isoliert, seit er seine geliebte Rachel auf tragische Weise verloren hat und die Ereignisse um Harvey Dent eine so grausige Entwicklung nahmen. Eine gewisse Schuld daran trägt auch er persönlich, denn wenn er sich nicht entschieden hätte, Batman zu werden, wäre das alles nicht passiert. Seine Überzeugungen sind in ihren Grundfesten erschüttert, was ihn körperlich und emotional schwächt. Doch wie lange soll er sich der Trauer über die Ereignisse hingeben, die seine Tatkraft völlig lähmt? Wann ist der Zeitpunkt erreicht, an dem diese Trauer in Selbstzerstörung umschlägt?“ Nolan stellt fest, dass Bruce sein Alter Ego Batman seit Jahren ignoriert und damit faktisch beide seiner Identitäten opfert: „Wir erleben hier einen Mann, der keine Mission mehr zu erfüllen hat, obwohl das doch immer sein Ziel war.“

„Äußerlich hat sich Gotham zu der Stadt entwickelt, die Bruce sich gewünscht hat“, fügt Thomas hinzu. „Aber weil er all das einer Lüge zu verdanken hat, ist die Sache doch nicht ganz so einfach. Alles entspricht der alten Weisheit: ‚Pass auf, was du dir wünschst.‘ Denn ohne Batman hat auch Bruce kein Ziel mehr.“

„Was mich an Batman immer fasziniert hat: Er verfügt zwar über Reichtum, aber über keinerlei Superkräfte“, sagt Nolan. „Das Außergewöhnliche an ihm ist vielmehr seine extreme Motivation und sein großes Engagement – dadurch wird er eine durchaus glaubwürdige Persönlichkeit.“ „Zu den großartigen Aspekten dieser Figur zählt, dass sein Status als Milliardär die am wenigsten nachvollziehbare Eigenschaft ist. Sehr wenige Menschen können jemals über derartige Mittel verfügen. Aber den Rest versteht man auf emotionaler Ebene sofort“, kommentiert Bale. „Es lohnt sich wirklich, Christian bei der Entwicklung der Rolle im Verlauf der drei Filme zu beobachten“, sagt Nolan. „Immer bringt er sich voll ein, um die Figur bis auf den Grund auszuloten, und das wird vor allem im neuen Film deutlich, in dem Christian ganz klar zeigt, dass Bruce zwar älter, deshalb aber noch lange nicht weiser geworden ist. Christians Darstellung ist wohlüberlegt – bei begabten Schauspielern wie ihm darf man mit solchen Leistungen zum Glück immer rechnen.“ Obwohl Bruce Wayne scheinbar nicht anwesend ist, haben sich die einflussreichsten Bürger von Gotham in Wayne Manor versammelt, um an einer Wohltätigkeitsveranstaltung zum Gedenken an Harvey Dent teilzunehmen. Das ist ein gefundenes Fressen für die kühne und zweifellos attraktive Fassadenkletterin Selina Kyle. Ihre Begegnung mit Bruce Wayne hat für ihn unerwartete Folgen. Dazu Bale: „Bruce ist schwer beeindruckt, denn nach den Jahren der Isolation trifft er hier auf eine Frau, die ihn fasziniert und zum Lachen bringt. Plötzlich merkt er, dass er unbewusst etwas gesucht hat, denn er führt ein eintöniges Leben und braucht menschliche Kontakte.“ Anne Hathaway meint: „Ich finde, dass Bruce Selina sehr zu Dank verpflichtet ist, weil er ein ziemlich einsames Leben geführt hat, bis sie auftauchte und sein Blut in Wallung brachte. Sie erinnert ihn daran, dass in der Welt da draußen auch humorvolle Menschen existieren. Die Fans haben sich immer für die verspielte Seite in der Beziehung zwischen Bruce und Selina begeistert. Ihre Arbeitsmethoden mögen sich stark unterscheiden, aber sie haben dennoch viel gemein: Sie verbergen etwas, sie sind den Menschen in ihrer Umgebung meistens etliche Schritte voraus, und sie tragen gern Schwarz“, grinst sie. „Die Arbeit mit Christian hat richtig Spaß gebracht. Er lacht gern, freut sich des Lebens, ist aber ein grundsolider Arbeiter. Er zählt zu den Kollegen, die mich zu besseren Leistungen anspornen.“

Hathaway begeisterte sich für die Rolle „einer der berühmtesten weiblichen Comic-Figuren überhaupt“, und ihre Arbeit mit Bale war dabei nur ein Aspekt. Sie erinnert sich: „Ich habe mir die historischen Comics vorgenommen und informierte mich eingehend, was Bob Kane zu Catwoman inspiriert hat. Doch vor allem kam es darauf an, Catwoman in diesem Film eine Gestalt zu geben und mich nahtlos in Christopher Nolans Gotham City zu integrieren. Ich bin ein großer Fan von Chris. Mit Batman stellt er wirklich interessante philosophische Fragen, während er spektakuläre Action-Sequenzen präsentiert und auch den Humor nicht zu kurz kommen lässt. Es war sehr spannend, mit einem derart genialen Kopf zu arbeiten, dessen Begabung so offensichtlich ist.“ Dazu Nolan: „Wir mussten das klassische Konzept der Catwoman ausbalancieren mit einer glaubwürdigen Persönlichkeit, deren Schicksal uns mitreißt. Der Schlüssel zu diesem Gleichgewicht war die Besetzung von Anne Hathaway. Sie kombiniert beide Aspekte nahtlos, sodass kein Konflikt entsteht – vielmehr befruchten sie sich gegenseitig.“ „Selina tut alles, um ihre Existenz zu sichern“, sagt Hathaway. „Dazu gehört auch, dass sie Grenzen überschreitet, was andere vielleicht für unverzeihlich halten. Selbst wenn sie sich ändern wollte – man kann seiner Vergangenheit nur schwer entkommen … und eine solche Vergangenheit hat sie. Das ist ihre Achillesferse – gerade in der heutigen Zeit, wo jedermann Spuren im Internet hinterlässt, die man per Computer oder Smartphone verfolgen kann. Jeder kommt im Leben in eine Situation, wo er sagt: ‚Wenn ich das damals gewusst hätte …‘ Wahrscheinlich würde Selina jede Chance ergreifen, um dem Leben zu entkommen, das man ihr aufgezwungen hat.“ Derartige Gewissensbisse kennt Bane nicht. Was er tut, ist nur Mittel zum Zweck. Dazu Tom Hardy: „Bane hat eine Aufgabe zu erfüllen, er kennt keine Skrupel, keine Scham, nimmt Zerstörung und den Tod seiner Opfer in Kauf. Er zweifelt nie, ist ein eindeutiger Bösewicht … und ein besonders gruseliges Exemplar dieser Gattung.“ Bane ist nicht so populär wie Catwoman, aber die Batman-Fans kennen durchaus die schrecklichen Auswirkungen, die seine Untaten auf den Dunklen Ritter haben. Nolan hat vor Kurzem mit Hardy an „Inception“ (Inception) gearbeitet und wusste, dass der Schauspieler körperlich und psychologisch extrem bedrohlich wirken kann, selbst wenn er dabei eine Maske trägt: „Wenn man ein Monster wie Bane in den Film einführt, könnte man sich entweder auf seine körperlichen oder eher auf die psychologischen Eigenschaften konzentrieren. Tom kenne ich gut genug, um zu wissen, dass er beides liefert. Er ist ein unglaublicher Schauspieler. Er zeigt uns die Bestie Mensch mit außergewöhnlichen Kampftechniken, aber er zeigt uns auch eine Seele, die innerlich wie äußerlich beschädigt ist. Tom zählt zu den Schauspielern, die sich gern dem Problem stellen, seine gesamte Rolle über eine Maske tragen zu müssen. Es ist wirklich erstaunlich, was er allein mit seinen Augen ausdrücken kann.“

Hardy bestätigt, dass die Maske ihn niemals davon abgehalten hätte, erneut mit dem Regisseur zu arbeiten – zumal wenn es um einen Batman-Film geht. „Chris rief mich an und erzählte von einer Rolle, für die ich mich eignen würde. Er wollte nur anfragen, ob ich bereit wäre, monatelang eine Maske zu tragen. Sonst sagte er überhaupt nichts über die Rolle – nur dass es sich um einen ganz üblen Schurken handelt. Ich antwortete: ‚Verstehe ich das richtig: Du bietest mir an, mit dir zu arbeiten, um die Welt zu reisen, ein Stuntteam und ein Waffenarsenal zur Verfügung zu bekommen, und ich muss nichts weiter machen als eine Maske tragen?‘ Er sagte: ‚Ja, so in etwa …‘ Da sagte ich: ‚Ich bin dabei!‘“ Im Gegensatz zu Batman trägt Bane die Maske nicht, um seine Identität zu verbergen, sondern weil sie ihn narkotisiert, denn seit er vor langer Zeit verletzt wurde, leidet er an unerträglichen Schmerzen. Als Antwort auf die Sorgen, die Nolan sich im Vorfeld gemacht hat, sagt Hardy: „Ich fühlte mich durch die Maske überhaupt nicht eingeschränkt. Das Tolle daran: Sobald man sie aufsetzt, verwandelt man sich in die Filmfigur.“ Der Schauspieler berichtet, dass die Darstellung des Bane einen Widerspruch zwischen Stimme und Körper ausdrücken muss. „Seine blumige Ausdrucksweise passt nicht zu seinem Gorilla-Körper. Er ist also sehr eloquent, aber wir wollen ihn auch als sehr imposante Erscheinung präsentieren.“ Bane operiert unerkannt im Untergrund und bereitet ein Komplott vor, um an mehreren Orten in Gotham gleichzeitig loszuschlagen: Es geht um Feuerkraft, Finanzen und Furcht. Sein erstes Ziel ist es, die Polizei auszuschalten, die nach wie vor von Commissioner Gordon befehligt wird, obwohl „man eigentlich sagen kann, dass Gordon den Politikern in Gotham besser gedient hat, als noch das organisierte Verbrechen die Oberhand hatte“, stellt Nolan fest. „Seit diese Gefahr gebannt ist, fragen sich die Leute, ob Gordon nicht überflüssig geworden ist. Außerdem macht es Gordon schwer zu schaffen, dass diese Entwicklung aufgrund falscher Voraussetzungen stattgefunden hat.“ „Seit Jahren frisst ihn dieses Geheimnis innerlich auf“, bestätigt Gary Oldman. „Die Kriminalitätsraten in Gotham sind auf einen historischen Tiefpunkt gesunken. Aber Gordon weiß, dass die Sache nicht sauber ist. Jetzt will er endlich mit der Wahrheit herausrücken, doch nie ergibt sich die richtige Gelegenheit – er fragt sich, ob die Stadt die Wahrheit überhaupt vertragen kann. Als dann Bane auftaucht, bekommt Gordon wieder alle Hände voll zu tun. Ich sehe ihn als Soldaten, der am liebsten an der Front kämpft und die Drecksarbeit macht. In den vergangenen Jahren hat er sicher viel Zeit am Schreibtisch verbringen müssen – das hat ihm deutlich die Stimmung vermiest. Jetzt hat man das deutliche Gefühl, dass der alte Gordon wieder auflebt.“ Einen neuen Protegé findet Gordon in dem engagierten Polizisten John Blake, der seinen Chef stark beeindruckt. Dazu Emma Thomas: „Gordon erkennt in dem jungen Cop John Blake natürlich sich selbst wieder. Alle anderen sind träge geworden, weil alles gut läuft, doch Blake merkt als Erster, dass da etwas im Busch ist, und Gordon würdigt diesen Instinkt, indem er Blake befördert und in sein Team aufnimmt.“ Über seine Rolle sagt Joseph Gordon-Levitt: „John Blake wollte sicher schon immer Polizist werden und leistet hervorragende Arbeit. Er glaubt an seine Mission, und das bewundere ich an ihm. Er ist umgeben von Zynikern, behauptet sich aber als stolzer Polizist.“

Nolan kommentiert: „Commissioner Gordon und Bruce Wayne wirken abgespannt – wir wollten ihnen also eine junge, noch idealistische Persönlichkeit gegenüberstellen, die sie im Grunde an ihre eigene Jugend erinnert. Joe gelingt es vorzüglich, die Kraft und den Mut eines Mannes zu zeigen, der niemals einen Schritt zurückweichen würde – egal wie hoffnungslos die Situation auch sein mag.“ Miranda Tate ist Bruce ebenfalls nicht unähnlich – gemeinsam ist ihnen allerdings vor allem ihr Reichtum. Diese Rolle übernimmt Marion Cotillard – sie sagt: „Beide verfügen über viel Geld und versuchen es für gute Zwecke zu verwenden – deshalb verstehen sie sich sofort.“ Bale stimmt ihr zu: „Miranda ermutigt Bruce dazu, seine Mittel für ein Umweltprojekt in Gotham einzusetzen. Sie ist schön, klug und karitativ motiviert – ihr Glaube an das Gute inspiriert ihn, nötigt ihm Respekt ab und fasziniert ihn auch.“ Cotillard war ebenfalls bereits in Nolans „Inception“ dabei – sie und Gordon-Levitt freuten sich sehr auf die neue Zusammenarbeit am Finale der Batman-Trilogie. Dazu Gordon-Levitt: „Trotz des ganzen Action-Spektakels zeichnen sich Chris’ Filme vor allem durch ihre ehrlichen, menschlichen Schicksale aus. Wir Schauspieler lassen uns davon inspirieren, und es bringt auch viel mehr Spaß.“ „Ich arbeite sehr gern mit Chris“ bestätigt Cotillard. „Er schafft am Set eine wunderbar familiäre Atmosphäre, obwohl es sich um eine derart aufwändige Produktion handelt. Mit seiner Intelligenz und Fantasie entführt er uns auf ein unfassbares Abenteuer, bei dem wir ihm alles glauben. Die Arbeit mit ihm war besonders interessant, weil wir mit Miranda eine Figur erschaffen, die in den Comics nicht vorkommt.“ Miranda sitzt im Vorstand von Wayne Enterprises und wird aufgrund ihres Reichtums zu Bruces entscheidender Partnerin, als die Firma von einer feindlichen Übernahme bedroht wird. Zu Mirandas privater Situation sagt Nolan: „Alfred und Lucius sehen sie als die Frau an, die Bruce vielleicht aus seinem selbstgewählten Exil befreien könnte – sie soll ihn daran erinnern, dass das Leben mehr bieten kann als einsame Tage in der Bat-Höhle. Marion ist unglaublich attraktiv, bringt exotischen Glamour in die Gleichung. Sie spielt Miranda mit einer Mischung aus Wärme und Weisheit – sie lässt Bruce wieder Hoffnung schöpfen.“ Morgan Freeman spielt wie gewohnt den genialen Erfinder Lucius Fox, der für Wayne Enterprises arbeitet. „Obwohl Lucius Bruces Angestellter ist, fungiert er doch als sein Mentor“, berichtet Freeman. „Im Vergleich zu Lucius und Alfred ist Bruce ein noch relativ junger Mann – die beiden Senioren versuchen also, seinen moralischen Kompass einzuordnen.“ Charles Roven meint: „Lucius war immer der Kopf hinter der Technik, die Bruce als Batman benötigt – und diese Funktion erfüllt er auch diesmal. Er hat Bruce sehr liebgewonnen, und wie Alfred versucht er ihn aus der düsteren Sackgasse herauszuholen, in der er feststeckt.“

Alfred Pennyworth ist zweifellos die Person, die Bruce am nächsten steht. Dazu Bale: „Alfred bildet die einzige Konstante in Bruces Leben … das letzte Familienmitglied. Alfred hat ihn aufwachsen sehen und miterlebt, welches Leid er verarbeiten musste. Er hat akzeptiert, dass Bruce seinen Eltern irgendwie die Ehre erweisen musste und Vergeltung für ihren Tod forderte. Dennoch weiß Alfred genau, dass Bruces Eltern verzweifelt wären, wenn der Sohn sich dem Leben so total verweigert. Immer wieder hat Alfred davor gewarnt, dass dies auf Dauer nicht der beste Weg für Bruce sein kann – und diesmal kommt es deswegen zur Auseinandersetzung.“ Nolan erklärt: „Als wir uns in ‚Batman Begins‘ erstmals mit der Beziehung zwischen Alfred und Bruce beschäftigten, war mir sofort klar, dass Alfred Bruces extreme Reaktion, die Erfindung des Alter Egos Batman, nur gutheißen konnte, wenn ein Ende abzusehen wäre: Batman sollte zwar als Katalysator dienen, um Gotham umzukrempeln, aber dann sollte Bruce sein eigenes Leben führen. In ‚The Dark Knight Rises‘ geht es um Alfreds Frust, denn es ist Bruce nicht gelungen, sich von Batman zu distanzieren. Er trägt zwar nicht mehr jede Nacht Cape und Maske, hat diese Phase aber dennoch eindeutig nicht verarbeitet, und Alfred sieht es als seine Pflicht an, mit Bruce einen Ausweg aus dieser Situation zu suchen.“ Alfred wird erneut von Michael Caine dargestellt, der kommentiert: „Es tut Alfred sehr weh, Bruce sagen zu müssen, dass Gotham City ihm nur leidvolle Tragödien bescheren würde – aber er hat Recht behalten. Ich habe mir überlegt, dass Alfred in dieser unglaublichen Welt im Grunde uns Zuschauer vertritt: Er wird zu unserem Sprecher. Er ist nicht so stark wie die anderen, er reagiert in dieser Situation wie ein normaler Mensch.“ „Nach wie vor zeigt Michael Alfred als einen ungeheuer herzlichen Menschen“, sagt Nolan. „Eine der großen Freuden während der Arbeit an diesen Filmen war für mich, Christian und Michael bei der Auslotung dieser ungewöhnlichen Beziehung zuschauen zu dürfen.“

BRUCE: „Für einen Fassadenkletterer ist das ein ziemlich verrücktes Outfit.“ SELINA: „Ach ja? Und wen willst du darstellen?“ 

Ob Helden oder Schurken – immer spielen in der Batman-Trilogie die Kostüme eine entscheidende Rolle, um die Figuren zum Leben zu erwecken. Natürlich steht immer die unvergessliche Silhouette des Dunklen Ritters im Mittelpunkt. Nach „Batman Begins“ wurde der Bat-Anzug für „The Dark Knight“ erheblich überarbeitet, sodass er vor allem im Hals- und Schulterbereich deutlich flexibler wurde und damit mehr Tragekomfort bot. Kostümdesignerin Lindy Hemming hielt sich an das Sprichwort „Wenn nichts kaputtgeht, sollte man auch nichts reparieren“ und verzichtete deshalb bei „The Dark Knight Rises“ auf Änderungen an diesem bewährten Outfit.

Der vielschichtige Bat-Anzug besteht aus 110 Einzelteilen, wobei die Produktion für die Dreharbeiten Dutzende von identischen Exemplaren benötigte. Als Grundmaterial dient eine Polyester-Mischung, die vom Militär und von High-Tech-Sportkleidungsherstellern verwendet wird, weil sie atmungsaktiv ist und die Feuchtigkeit gut absorbiert. Darauf brachte man einzeln gegossene Teile aus biegsamem Urethan an, die zusammen die Rüstung ergeben. Als zusätzlicher Schutz wurden Kohlefaserplatten, die leicht, aber unglaublich widerstandsfähig sind, in bestimmte Urethan-Elemente an den Beinen, auf Brust und Bauch integriert. Von Bales Gesicht und Kopf wurde ein Abguss erstellt, der als Matrix für die Gestaltung einer perfekt sitzenden Maske diente. Vom berühmten Cape gab es zehn verschiedene Versionen, die sich in Gestaltung und Länge unterscheiden – kürzere kamen in den Action-Szenen zum Einsatz, und das Gleiter-Cape nimmt automatisch die Form ausgebreiteter Fledermausschwingen an. Bale im Bat-Anzug hatte die gewünschte Wirkung auf seine Kollegen. Gordon-Levitt bestätigt: „Als Christian diesen Anzug trug, musste ich mich gar nicht verstellen: Ich sprach wirklich mit Batman. Es passiert mir nicht oft, aber manchmal gibt es bei Dreharbeiten einen Moment, in dem ich die Situation als real empfinde. Dies war eindeutig der überzeugendste Moment, den ich je erlebt habe.“ Tom Hardy soll dem Dunklen Ritter laut Drehbuch mindestens ebenbürtig sein – er erinnert sich: „Als ich Christian erstmals beim Schminken in der Maske sah, dachte ich noch ganz arrogant: ‚Kein Problem, mit dem kann ich es aufnehmen.‘ Doch dann tauchte Batman am Set auf. Das war nicht mehr Christian Bale – das war eindeutig Batman.“ Beim Entwurf von Banes Kostüm stellte Hemming sich einen Look vor, der alle möglichen Elemente und Fragmente kombiniert, weil er sich an merkwürdigen Orten ausstaffiert hat: „Seine Weste haben wir beispielsweise aus Fetzen eines alten Militärzelts gefertigt. Seine Kleidung ist zwar militärisch, man kann sie aber keinesfalls als Uniform bezeichnen.“ Am auffälligsten ist natürlich Banes bedrohliche Maske, die auf seinem Gesicht klebt und ihn ständig mit Schmerzmitteln versorgt, damit er die Auswirkungen seiner gewalttätigen Vergangenheit überhaupt ertragen kann. „Ohne die Maske könnte er es nicht aushalten“, berichtet Nolan. „Er trägt seine Vergangenheit für jeden erkennbar im Gesicht – dadurch wird er auf sehr konkrete Weise zu einem Monster.“ „Wir haben die Maske animalistisch gestaltet“, sagt Hemming. „Denn sie soll sich völlig von Batmans Maske unterscheiden … also durfte sie auch nicht schwarz sein.“ Die Maske wurde in der Kostümeffekte-Abteilung angefertigt – als Ausgangspunkt diente ein digitaler Abdruck von Tom Hardys Gesicht und Kopf. Der für die Kostümeffekte zuständige Graham Churchyard erklärt: „Wir stellten uns vor, dass Bane die Maske wie eine Prothese trägt; doch im Gegensatz zu einer Prothese soll die Maske wie aus Metall gefertigt aussehen. Es gelang uns, eine Computerkopie von Tom als 3-D-Modell zu fertigen, an das wir die festen Teile den Konturen seines Kopfes so genau anpassten, dass sie lückenlos aufliegen.“

„Lückenlos“ erwies sich als gelinde Untertreibung. Hemming berichtet: „Die Maske legte sich wie ein Schraubstock um Toms Kopf. Geduldig half er uns, sie so eng wie nur möglich anzupassen. Vorn befand sich eine abnehmbare magnetische Platte – alle Teile waren also unten mit Magneten versehen, und darunter befand sich eine Gummischicht, die aufgrund der Spannung auf Toms Haut gepresst wurde. Dass er das ausgehalten hat und damit sogar noch spielen konnte, ist wirklich erstaunlich.“ Bei Banes Maske geht es nur um Funktion und Form – Selina Kyles Maske wird dagegen von einer Kombination aus beidem geprägt. Dazu Nolan: „Es war besonders wichtig, den Auftritt dieser Figur glaubwürdig zu begründen – nicht nur als Selina, sondern auch als Catwoman. Mein Ausgangspunkt war die Frage, wie man die Silhouette von Katzenohren erreichen kann, ohne ihr buchstäblich Katzenohren aufzusetzen. Letztlich versteifte ich mich auf das Konzept einer Nachtsichtbrille, die sich nach oben klappt – so entsteht praktisch durch Zufall die gewünschte Kontur. Als ich dieses Konzept entwickelt hatte, konnten Lindy und ihr Team es wunderbar umsetzen. Im Grunde geht es darum, die Ikonografie der Figur durch logische Einzelheiten zu kombinieren.“ „Auch das Katzen-Outfit ist sehr praktisch, sodass sie im Dunkeln verschwinden und sich auf ihren Einsatz vorbereiten kann“, ergänzt Hemming. „Wenn sie das Trikot nicht trägt, bevorzugt sie schwarze Kleidung, die den jeweiligen Umständen angepasst wird. Sie ist das klassische Chamäleon.“ Hathaway stellt fest: „Wir wollen vermitteln, dass sie blitzschnell verschwinden könnte … dass sie ihre gesamte Identität, oder besser Identitäten immer dabei hat – egal wie hektisch sie sich aus dem Staub machen muss.“ Selinas Katzenanzug besteht aus zwei Teilen, doch aufgrund des Utility-Gurts, den sie um die Hüften trägt, wirkt er wie aus einem Stück. Zum Outfit gehören Handschuhe bis zu den Ellenbogen und schenkelhohe Stiefel mit Pfennigabsätzen, die ebenfalls sehr nützlich sind. „Sie lassen sich sehr effektiv als Waffen einsetzen“, bestätigt Hemming. Das Katzen-Outfit besteht aus zwei Stoffschichten – die äußere aus Elastan, das mit Polyurethan beschichtet ist und mit einem sechseckigen Muster versehen wurde. „Das ist ganz einfach und stromlinienförmig“, sagt Hemming. „Es betont ihre Körperform, ohne allzu viel zu zeigen.“ Zwar ist die Schauspielerin von Kopf bis Fuß von dem hautengen Kostüm bedeckt, doch Hathaway meint: „Verbergen tut es nicht viel. Deshalb habe ich mit einem Bewegungstrainer gearbeitet, um zu gewährleisten, dass ich mich in meinem Körper auch wohlfühle. Wenn ihr euch der ganzen Welt in diesem Katzenoutfit zeigen müsstet, dann garantiere ich euch: Ihr würdet euren Hintern ebenfalls im Fitnesscenter in Form bringen!“, lacht sie.

BANE: „Die Schatten betrügen dich, weil sie mir gehören.“ 

Vor und auch während der gesamten Dreharbeiten absolvierten Christian Bale, Tom Hardy und Anne Hathaway jeweils genau auf sie zugeschnittene Fitness-Programme, um sich auf ihre Action-Szenen vorzubereiten. Obwohl Bale Batman bereits zum dritten Mal darstellt, muss er diesmal doch körperlich mehr Einsatz zeigen, denn der Dunkle Ritter ist seit vielen Jahren nicht mehr aktiv gewesen. In den ersten beiden Filmen verwendete er eine Mixed-Martial-Arts-Variante namens Keysi, doch die musste nun Batmans aktueller Kondition angepasst werden und auch auf den Stil seines Gegners reagieren. Dazu Stunt-Coordinator Tom Struthers: „Wir haben Keysi nicht aufgegeben, sondern auf einer anderen Ebene weiterentwickelt, um auf Banes Brutalität reagieren zu können.“ Bruce Wayne ist zwar körperlich nicht mehr so fit wie früher, aber Bale hat sich seine Kondition immer bewahrt. Der Kampfchoreograf Buster Reeves, der den Schauspieler in den ersten beiden Filmen gedoubelt hat, sagt: „Er lernt die Bewegungen unglaublich schnell. Ich bereitete die anderen Stuntleute darauf vor, dass er die Bewegungen nur zweimal durchprobieren muss, um sie komplett zu verinnerlichen. Und tatsächlich wurde Christian seinem Ruf gerecht, übte jeden Abschnitt zweimal und konnte die Szene dann mit vollem Einsatz spielen. Einfach erstaunlich.“ In „The Dark Knight Rises“ wechselte Reeves die Seiten und diente als Hardys Stunt-Double. Er berichtet weiter: „Tom war bereits in fantastischer Verfassung, als er ankam – er war zu allem bereit. Tatsächlich mussten wir ihn von den Proben ausschließen, weil er ständig trainieren wollte. Er hat uns völlig fertiggemacht.“ „Tom zeigt als dieser wirklich ernstzunehmende Gegner eine hervorragende Leistung“, sagt Bale. „Er beweist viel Mut, was ich sehr bewundere. Die Zusammenarbeit mit ihm klappte bestens.“ Bei der Choreografie von Banes Kämpfen erwies sich das Timing als größtes Problem. Reeves erklärt: „Er bewegt sich blitzschnell, spricht aber sehr langsam und methodisch. Sich schnell zu bewegen und dabei langsam zu sprechen ist schwieriger, als man denkt. Wir brauchten etliche Proben, um den Szenen den richtigen Rhythmus zu verpassen und festzulegen, an welcher Stelle der Action-Elemente Tom seine Sätze sagen sollte.“ Wenn Batman und Bane gegeneinander antreten, „ist das einfach großes Kino“, erklärt Roven. „Die unwiderstehliche Kraft trifft auf ein unbewegliches Objekt – ein atemberaubender Anblick.“

Nolan bestätigt: „Batman und Bane begegnen sich auf Augenhöhe – das ist ein physischer Zusammenstoß, ein ebenbürtiger Schlagabtausch. Christian und Tom haben ungeheuer viel Mühe in diese Szenen investiert. Allein die Kostüme warfen Probleme auf – bei der einen Figur ist die untere Hälfte des Gesichts verdeckt, beim anderen die obere. Sie konnten einander kaum hören, weil sie die Masken tragen und die Choreografie in einer sehr lärmintensiven Umgebung absolvieren. Deshalb war eine intensive Vorbereitung unabdingbar. Und als wir dann drehten, arbeiteten Christian und Tom extrem gut zusammen. Die Szenen wirken so echt, das es zum Fürchten ist – man bekommt es mit der Angst zu tun, wenn diese überlebensgroßen Comic-Figuren richtig aufeinander losgehen. Es gibt jede Menge groß angelegter Action-Sequenzen im Film, aber diese Konfrontation Mann gegen Mann sehe ich als die eigentliche Schlüsselszene des Films an.“ Dazu ergänzt Thomas: „Die Schauspieler leisten wirklich Erstaunliches, aber Anne muss dasselbe machen, und zwar rückwärts und auf hohen Absätzen, wie man sagt. Sie hat fast alle ihre Stunts selbst ausgeführt. Das war eine enorme Anforderung, aber sie ging mit großer Präzision und beeindruckender Hartnäckigkeit zu Werke, und das kommt dem Film wirklich zugute.“ Struthers bestätigt das: „Selina muss ruppig auftreten, weil sie in jeder gegebenen Situation allein auf sich gestellt ist, und Anne hat das außerordentlich gut umgesetzt. Sie war bereits eine überragende Tänzerin, und Tanz und Martial Arts sind eng verwandt. Sie hat genau zugehört, lernte schnell und trainierte unermüdlich und intensiv bis zum letzten Drehtag.“ Hathaway sagt: „Ich habe das weniger als Problem gesehen – vielmehr als Chance, etwas Neues auszuprobieren, was man mir bisher nicht abverlangt hat. Natürlich habe ich sehr von dem beeindruckenden Team profitiert, nicht zuletzt von Tom und meiner Stuntfrau Maxine Whittaker, die mich wirklich hart rangenommen hat – eine bessere Unterstützung ist gar nicht denkbar. Deshalb wusste ich genau, dass ich bei ihnen und bei Chris in guten Händen bin. Als ich die Rolle übernahm, war mir klar, dass ich spannendere Szenen sicher noch nie gespielt habe. Natürlich habe ich erwartet, dass mir das Spaß bringt – doch meine Erwartungen wurden dann noch weit übertroffen.“

SELINA: „Meine Mutter hat mich davor gewarnt, zu Fremden ins Auto zu steigen.“ BRUCE: „Dies ist kein Auto.“ 

Als Catwoman muss Anne Hathaway unter anderem den Bat-Pod fahren, eine Zweirad-Straßenmaschine, die in „The Dark Knight“ ihren ersten Auftritt hatte. Sie wurde von Chris Nolan und Produktionsdesigner Nathan Crowley entworfen und von dem für die Spezialeffekte zuständigen Chris Corbould und seinem Team gebaut.

Der Bat-Pod verwendet dieselben Monster-Truck-Reifen wie das ursprüngliche Bat-Mobil, das in dieser Trilogie als Tumbler bekannt ist. Obwohl er ziemlich schwerfällig aussieht, ist der Bat-Pod schnell und manövrierfähig, außerdem ausgestattet mit Raketengeschützen, Maschinengewehren Kaliber 50 und Enterhakenwerfern. Der Bat-Pod ist straßentauglich, aber nicht leicht zu fahren – man braucht Kraft und eine bestimmte Technik, um ihn zu lenken. Bei den Dreharbeiten zu „The Dark Knight“ gelang das nur dem Profi-Stuntfahrer Jean-Pierre Goy. Goy wurde auch für die Bat-Pod-Szenen in „The Dark Knight Rises“ engagiert. Doch er hat einen unübersehbaren Nachteil, wie Hathaway berichtet: „Ich schaute mir mit Chris den Bat-Pod an, und er erzählte mir, dass Jean-Pierre ihn als einziger Mensch auf der Welt lenken kann. Ich sah ihn an und sagte: ‚Aber kann er auch wie eine Frau aussehen?‘“ Das fragte sich auch Struthers: „Natürlich fährt ein Mann den Bat-Pod anders als eine Frau. Aber wir haben die richtige Frau dafür gefunden.“ Die Profi-Motocross-Rennfahrerin und Stuntfahrerin Jolene Van Vugt war die erste Frau, die mit einem normal großen Gelände-Bike einen Überschlag wagte. Sie wurde als Double von Hathaway engagiert, denn Catwoman braust auf dem Bat-Pod durch Gotham. „Ich war ganz aus dem Häuschen, als ich den Anruf bekam“, erinnert sich Van Vugt. „Als sie mich fragten, ob ich mir zutraute, auf dem Ding zu fahren, sagte ich: ‚Wenn ihr mir die Chance gebt, garantiere ich euch, dass es mir gelingt.‘ Das größte Problem bestand darin, mich an die Körperhaltung zu gewöhnen, weil man sich sehr nach vorn lehnen muss. Ich musste einfach mein Gleichgewicht finden und mich an die Haltung gewöhnen – aber nach ein paar Stunden sauste ich bereits damit herum – das brachte richtig Spaß.“ Für die Fahrerin änderte Corbould einige Konstruktionsaspekte des Bat-Pods: „Die Maschine ist sehr schwer – deshalb ersetzten wir ein paar Teile des Rahmens durch Aluminium, vor allem im vorderen Bereich, um das Gewicht zu senken und Jolene zu ermöglichen, einige spektakuläre Manöver auszuführen“, sagt er. Der Bat-Pod und der Tumbler erlauben Batman die Beweglichkeit und Feuerkraft, die er in den Straßen von Gotham benötigt. Doch in diesem Film kann er endlich „abheben“ – dank Lucius Fox’ aktueller Neuentwicklung für das Arsenal: den Bat. Nolan und Crowley arbeiteten gemeinsam am Design der hypermodernen Flugmaschine, die einige Aspekte des Angriffshelikopters Apache, des Osprey-Turboprop-Flugzeugs und des Harrier-Senkrechtstarters übernimmt. Natürlich ist sie schwarz gestrichen. Crowley hielt sich an die Vorgabe, dass der Bat eine Entwicklung der wissenschaftlichen Abteilung von Wayne Enterprises ist: „Wir gingen davon aus, dass dieses Projekt für militärische Zwecke nachvollziehbar wäre – das war ein gutes Grundkonzept. Vom Design her ging es vor allem darum, dass der Bat stilistisch zum Bat-Mobil passt. Zunächst mussten wir die Form entwickeln – dazu waren viele unterschiedliche Entwurfszeichnungen nötig, bevor wir ans Modellieren gehen konnten.“

Nolan ergänzt: „Von der Funktion her stellten wir uns einen Helikopter mit zwei Rotoren vor, wobei diese unter dem Fluggerät angebracht sind und die Luft durch Kanäle von oben zugeleitet wird. Klappen und Gitter verändern nach Bedarf die Aerodynamik, sodass man auch um Gebäude kurven kann. Chris Corbould führt aus: „Der Bat besteht aus vielen beweglichen Teilen: Das Cockpit lässt sich öffnen, alle Luftklappen funktionieren ebenso wie die Rotoren und die Scheinwerfer. Er ist fast zehn Meter lang und fünf Meter breit und wiegt etwa 1,4 Tonnen – eine richtig große Maschine. Wir verwendeten ein ganzes Arsenal von Techniken, um den Bat „fliegen“ zu lassen, denn Chris’ Mantra besagt, dass er so viel wie möglich real filmen will, bevor die visuellen Effekte übernehmen. Wir hängten den Bat also an Drahtseilen auf, ließen ihn an Führungsseilen entlanggleiten, hängten ihn an Kräne oder Helikopter und pflanzten ihn auf ein speziell konstruiertes Gefährt, das mit hydraulischen Hebeln ausgestattet war.“ Corbould gesteht, dass ein Kompromiss unumgänglich war: Der Bat konnte nicht selbstständig abheben. „Eine solche Maschine durchstarten zu lassen, war uns nicht möglich. Ich wäre ein reicher Mann, wenn ich eine solche Maschine tatsächlich zum Fliegen bringen könnte“, lacht er.

SELINA: „Wir erwarten einen Sturm, Mr. Wayne.“ 

Die mitreißende Action in „The Dark Knight Rises“ beginnt an Bord eines CIA-Flugzeugs, das während des Flugs entführt wird. Einer der Fluggäste ist ein gewisser Dr. Pavel, der der US-Regierung offenbar sehr viel bedeutet. Andere Passagiere werden von eher finsteren Motiven geleitet. Hier begegnen wir erstmals Bane, der beweist, was für ein genialer, aber absolut skrupelloser Bösewicht er ist. Nachdem wir Bane kennen gelernt haben, nähert sich von oben ein riesiges Transportflugzeug vom Typ C-130 Hercules, und vier Terroristen seilen sich aus dem Frachtraum ab. Sie erreichen die Tragflächen der CIA-Turboprop-Maschine, schießen Löcher in die Fenster und vertäuen dann die Maschine mit der Hercules, wodurch das kleinere Flugzeug manövrierunfähig wird. Weil Nolan Wert darauf legt, möglichst viele Szenen real mit der Kamera zu drehen, wurden große Teile des Prologs tatsächlich als Flugsequenz hoch über dem schottischen Inverness gedreht. Bei der gesamten Sequenz ging es vor allem um die Koordination zahlreicher Filmabteilungen, die Zeitplan und Durchführung minutiös miteinander abstimmen mussten. Monate der Planung waren für den Prolog in den Wolken nötig – vor allem ging es um die Sicherheit aller Beteiligten. Dazu Executive Producer Kevin De La Noy: „Oft geraten wir mit unseren Projekten an die Grenzen des Machbaren – oder wir überwinden sie sogar. Aber wir achten immer sehr sorgfältig darauf, alle Sicherheitsmaßnahmen strikt einzuhalten, denn die sind ja nicht umsonst vorgeschrieben.“

Vor dem Dreh der real gefilmten Szene animierte das für die visuellen Effekte zuständige Team unter Leitung von Paul Franklin eine grob skizzierte Testsequenz, die den verschiedenen Abteilungen Bilder an die Hand gab, anhand derer man austüfteln konnte, was sich realisieren ließ und was nicht. Dazu Franklin: „Aufgrund unserer Testaufnahmen konnten wir festlegen, was wir als Stunts filmen konnten, was sich mithilfe von Spezialeffekten drehen ließ und in welchen Fällen visuelle Effekte nötig waren. Alle Abteilungen bekommen so eine sehr konkrete Vorstellung von ihrem jeweiligen Beitrag zur fertigen Sequenz.“ Tom Struthers achtete sehr genau darauf, die Risiken für jene Stuntleute zu minimieren, die sich von der C-130 auf die Turboprop-Maschine abseilen sollten. Der Stunt-Coordinator berichtet: „Meines Wissens ist das noch nie gemacht worden – vier Leute springen an vier getrennten Seilen aus dem Heck eines Flugzeugs und landen auf einem anderen Flugzeug. Also haben wir zuvor jede Menge Tests mit Puppen und verschiedenen Aufhängungen gemacht, bevor wir die Aktion von tatsächlichen Personen ausführen ließen. Wir planten Notfallsituationen ein, in denen sie die Seile durchtrennt hätten und per Fallschirm gelandet wären – glücklicherweise erwies sich das als unnötig. Die Jungs, die das vollführt haben, waren fantastisch.“ Auch auf dem Boden bereitete man sich vor, denn dort sollte die CIA-Maschine schließlich aufschlagen. Das Gelände wurde in großem Radius freigeräumt, sodass weder Menschen noch Tiere zu Schaden kamen. Das Wetter spielte mit und bescherte den Filmemachern einen wolkenlosen Himmel. Als alle Vorbereitungen abgeschlossen waren, drehten Nolan und Kameramann Wally Pfister die Action aus einem Helikopter, der genauso schnell fliegen musste wie die beiden Flugzeuge. Als bester Beleg für die effiziente und gekonnte Vorbereitung aller Beteiligten kann gelten, dass die gesamte Sequenz – für die man ursprünglich bis zu neun Drehtage eingeplant hatte – innerhalb von zwei Tagen im Kasten war. „Für uns war das eine aufregende Achterbahnfahrt – und das werden die Zuschauer genauso erleben“, sagt Nolan. Die Auseinandersetzung an Bord des Turboprop-Flugzeugs wurde in dem zum Filmstudio umfunktionierten Flugzeughangar Cardington im Norden von London gefilmt. Corboulds Team baute den Rumpf der Maschine auf einer kardianischen Aufhängung nach, sodass das Flugzeug horizontal und auch vertikal gekippt und heftig durchgeschüttelt werden konnte, was dem Gleichgewichtssinn der beteiligten Darsteller und Mitarbeiter einiges abverlangte. „Ich weiß nicht warum, aber auf Chris’ Sets rollen wir schließlich immer durcheinander, bis alle auf dem Kopf stehen“, sagt Pfister und meint das nur halb als Scherz. „Logistisch stellen solche Szenen ein großes Problem dar, aber umso eindrucksvoller wirken sie dann im Film.“

Der Prolog des Films wurde komplett mit IMAX-Kameras gedreht, die auch im restlichen Film immer wieder zum Einsatz kamen – besonders in allen großen Action-Szenen des Films.

„Ich arbeite sehr gern mit den IMAX-Kameras“, sagt Nolan. „Denn das Panorama erweitert sich, das Bild wird um Dimensionen vergrößert. Bei ‚The Dark Knight‘ haben wir reichlich Erfahrung mit den Kameras gesammelt – deshalb konnten wir unsere Aufnahmetechnik noch optimieren, um bessere Belichtungsergebnisse und so weiter zu bekommen. Wir verwenden viele technische Innovationen und heben die filmische Messlatte auf eine neue Stufe.“ Pfister bestätigt: „IMAX erlaubt dem Zuschauer, durch Bild und Ton völlig in das Geschehen einzutauchen, weil das Filmbild den gesamten Gesichtskreis ausfüllt und der Sound im Kino von allen Seiten kommt. Etwa sechs Monate lang haben wir mit Panavision und IMAX an der Verbesserung der Bildsucher an den Kameras und an der Entwicklung neuer Objektive gearbeitet – daher können wir jetzt auch bei sehr geringem Licht drehen. Mit diesen Verbesserungen konnten wir Szenen realisieren, wie sie uns beim vorigen Film noch nicht möglich waren.“ Das Drehen in dunklem Ambiente war bei „The Dark Knight Rises“ besonders wichtig, weil etliche Schlüsselszenen an unterirdischen Schauplätzen spielen, nicht zuletzt in der Bat-Höhle. Wayne Manor – und damit auch die ursprüngliche Bat-Höhle – wurde im ersten Film zerstört. Deshalb hat Bruce Wayne sein Hauptquartier vorübergehend in den Bat-Bunker verlegt. Inzwischen ist die Villa inklusive einer neuen Bat-Höhle wieder aufgebaut – natürlich ähneln sie den früheren Sets. Nathan Crowley arbeitete bei diesem Film mit seinem Produktionsdesign-Kollegen Kevin Kavanaugh zusammen – er erklärt: „Chris und ich überlegten, wie sich die Bat-Höhle und der Bat-Bunker kombinieren lassen, denn der wirkt sehr geometrisch und modern – alles verschwindet in den Wänden. Da fiel uns ein, dass wir dieselbe Idee für die Bat-Höhle verwenden könnten, indem wir sie fluten, sodass alles unter Wasser verborgen ist. Wenn man hereinkommt, sieht sie aus wie eine normale Höhle, und dann drückt man einfach auf einen Knopf, und ganz ebenmäßige Würfel tauchen auf, die die verschiedenen Gegenstände enthalten – vom Bat-Anzug bis zum Supercomputer.“ Nolan ergänzt: „Das ist die wunderbare Kombination einer realen Bat-Höhle zum Anfassen und der Funktionalität des Bat-Bunkers.“ Der Bat-Bunker wurde wieder in Cardington gebaut. Doch das Set der neuen Bat-Höhle mit ihren funktionierenden Wasserfällen entstand in Halle 30 der Sony Studios im kalifornischen Culver City. Die Halle erwies sich als ideal, weil sie ein Wasserbecken mit einem Volumen von über 3,3 Millionen Litern bietet.

Wasserkaskaden spielen auch in Banes Hauptquartier eine große Rolle – es befindet sich in den Abwasserkanälen unter Gotham City. Dieses Set wurde in Cardington gebaut, wo die gigantische Halle die Konstruktion eines Tunnelsystems ermöglichte, das in einen mehrere Stockwerke hohen Komplex aus Beton und Wellblech mündet. Über die Ausleuchtung sagt Pfister: „Ich schlug extrem starke Scheinwerfer vor, um den Eindruck einer Arena zu vermitteln. Daher verwenden wir sehr grelle, blendende Lichtkegel, die zur Unwirtlichkeit dieses Ambientes beitragen.“ In Cardington fand ein sogar noch beeindruckenderes mehrstöckiges Set Platz: ein höllisches Gefängnis, das sich zwar auch unter der Erde befindet, aber ansonsten nicht mit Banes Quartier zu vergleichen ist. Das Gefängnis ist ein gähnender Abgrund, ein grob in den Fels gehauenes Labyrinth aus steinernen Zellen. Die Zellentüren sind nicht verschlossen, weil es nur einen Ausgang gibt – einen unendlich hohen senkrechten Schacht, der zur Erdoberfläche führt. Tatsächlich wurden in Cardington zwei Schächte konstruiert – der größere war 36 Meter hoch. Die Außenansicht des Gefängnisses wurde im indischen Jodhpur gefilmt, wo die Wüstenlandschaft zum desolaten Ambiente beitrug. In scharfen Kontrast zu diesem abgelegenen Schauplatz drehte man die Außenansicht des Palastes Wayne Manor auf einem vorhandenen Anwesen im englischen Nottingham. Obwohl Bruce sein Versprechen hält und das Haus „Stein für Stein“ wieder aufbaut, wirkt das Interieur jetzt deutlich steriler – es ist ein Haus, aber kein Zuhause. In den ersten beiden Filmen doubelte Chicago Gotham City, doch im Finale der Trilogie setzt sich Gotham aus drei verschiedenen Städten zusammen: Pittsburgh, Los Angeles und New York. In einigen Sequenzen überlappen sich die Schauplätze und wechseln nahtlos von einer Stadt zur anderen. Dazu Pfister: „In Bezug auf die Anschlüsse ist das extrem kompliziert. Wir drehten in verschiedenen Städten zu unterschiedlichen Jahres- und Tageszeiten. Dazu waren enorme Vorbereitungen nötig, um ein vergleichbares Licht zu schaffen und sicherzustellen, dass alles zusammenpasst. Alles musste mit Chris und den Aufnahmeleitern sorgfältig geplant werden – wir legten vorher genau fest, auf welchen Straßen wir was wie drehen würden.“ In Pittsburgh strömten über 11.000 Statisten ins Stadion Heinz Field für den Dreh der Szene, in der Bane seine Revolution mit einem gewaltigen Knalleffekt startet. Die Heimat des beliebten Football-Teams Steelers wurde zum Spielplatz der Gotham Rogues umfunktioniert, die im schwarzgoldenen Trikot der Steelers antraten. Executive Producer Thomas Tull ist einer der Eigner der Pittsburgh Steelers und war sehr stolz darauf, dass sie – wenn auch in fiktiver Form – im Film auftreten durften. Etliche Stars der Pittsburgh Steelers wurden rekrutiert, um die Gotham Rogues zu „spielen“. Auf der gegnerischen Seite mischte der aktuelle Bürgermeister von Pittsburgh, Luke Ravenstahl, im Spiel mit und übernahm den Anstoß für die Rapid City Monuments. Emma Thomas sagt: „Wenn man monatelang an einem Film arbeitet, hält man sich schließlich für den Nabel der Welt. Doch dann laufen die Steelers auf den Platz und werden von ihren Pittsburgh-Fans bejubelt – da erlebt man dann, was wirklicher Starruhm bedeutet. Es war sehr bewegend, sie an diesem Tag zu erleben.“

„Pittsburgh hat richtig Spaß gemacht“, fügt Nolan hinzu. „Alle haben uns mit offenen Armen willkommen geheißen, vor allem wenn man bedenkt, dass wir ganze Stadtviertel wochenlang abgesperrt haben. Dadurch gelangen uns viele Einstellungen, die man praktisch nirgendwo sonst hätte drehen können.“ Die Produktion profitierte davon, dass der Rasen des Stadions vor der nächsten Spielzeit erneuert werden sollte. Corboulds Spezialeffekte-Team platzierte Sprengsätze auf dem Feld. Über dem vorhandenen Rasen wurde eine Plattform errichtet, um einem Spieler der Gotham Rogues eine Rennbahn vorzugeben und so die Illusion zu erzeugen, dass die Spieler hinter ihm in den sich öffnenden Abgrund stürzen. Das kollabierende Feld und der so entstehende Krater wurde dann von Paul Franklins Team im Computer gestaltet. In Los Angeles drehte man etliche Innenaufnahmen an Originalschauplätzen wie dem L.A. Convention Center, das zur Abteilung für angewandte Wissenschaft von Wayne Enterprises umgerüstet wurde, dem historischen Bahnhof Union Station, in dem ein Gerichtssaal improvisiert wurde; sowie einem Gebäude in der South Spring Street, in der man das Parkett der Aktienbörse einrichtete. Die Außenansicht der Börse wurde ganz authentisch im Finanzzentrum der Wall Street in New York City gefilmt. Zwei Wochenenden lang sperrte das Filmteam den gesamten Finanzdistrikt ab und drehte zwei filmische Höhepunkte, in denen es zu Auseinandersetzungen der Hauptdarsteller und Stuntleute vor etlichen tausend Statisten kommt. Nicht zuletzt waren 600 Stuntleute an den Action-Einstellungen beteiligt. Um ihnen allen die sorgfältig choreografierten Bewegungen beizubringen, teilte Struthers sie in Gruppen auf, aus denen wiederum kleinere Einheiten gebildet wurden. „Dreharbeiten an Schauplätzen wie der Wall Street sind logistisch immer sehr schwierig, vor allem, wenn derartige Menschenmassen beteiligt sind“, sagt Nolan. „Die Stadt hat uns ungeheuer unterstützt, und alles lief wunderbar glatt ab – was die gute Zusammenarbeit aller belegt. Ich habe großes Glück gehabt und hervorragende Mitarbeiter für diese Filme gefunden – das gilt für alle Abteilungen. Ich kann mich auf sie verlassen und weiß, dass sie selbst wesentliche Ideen einbringen, dass sie immer ihr Bestes geben. Das erleichtert mir die Arbeit sehr.“ Die letzten Drehwochen konzentrierten sich auf New York City. Zu den Schauplätzen dort zählten der Trump Tower, der als Fassade der Wayne Enterprises dient, und die Queensboro Bridge, deren obere Fahrbahn zwei Tage lang für die Produktion gesperrt wurde. Dort sieht man zum Beispiel, wie Batman über die Stadt blickt, zu deren Schutz er alles geopfert hat.

Nolan sagt: „Gotham hat sich immer deutlich auf New York bezogen. Es handelt sich um eine überhöhte Version der Metropole. Sie hat die Comics immer inspiriert – daher auch die Verwendung des Namens Gotham. Deshalb war ich der Meinung, dass New York in diesem Film öfter ins Bild kommen sollte, vor allem, weil es in ‚The Dark Knight Rises‘ konkret um Gotham geht … viel mehr als in den beiden ersten Filmen.“ Sowohl die Figuren als auch die Schauplätze finden sich dann auch in der Filmmusik wieder. Den Score schrieb Hans Zimmer – es ist sein vierter Film mit Nolan. Zimmer war für die gesamte Trilogie verantwortlich. „Ich freue mich und fühle mich geehrt, dass ich an diesen Filmen mitwirken und mit jemandem wie Chris Nolan arbeiten darf, der meine eigene Meinung abruft und meine Vorschläge gern anhört.“ Im letzten Teil nimmt Zimmer Themen der früheren Scores wieder auf, aber „in Bezug auf Bane gingen wir ganz anders vor. Ich wollte ein großes Symphonieorchester einsetzen, sagte aber zu den Musikern: ‚Ich werde dafür sorgen, dass ihr alles vergesst, was ihr gelernt habt. Ich werde euch behandeln, als ob ihr ein Kreis von Steinzeit-Trommlern wärt.‘ Die Musiker haben das als sehr befreiend empfunden – es war ein musikalisches Abenteuer“, grinst er. Zimmer lässt in der Musik auch immer wieder einen Gesang anklingen, der sich auf Bane bezieht – für den Komponisten war dies die Gelegenheit, Kontakt zu den Fans aufzunehmen und sie am Soundtrack des Films mitwirken zu lassen. Er forderte alle Interessenten auf, ihren Gesang über UJAM einzubringen: Diese Website ermöglicht den Usern, Musik zu komponieren, zu produzieren und zu veröffentlichen. Tausende aus aller Welt nahmen daran teil. Die Einsendungen wurden dann synchronisiert, um den unheimlichen Gesang zu kreieren, der im Film zu hören ist. Zimmer erinnert sich: „Ich machte Chris den Vorschlag, dass wir den Fans auf diese Weise etwas zurückgeben können – so können sie sich tatsächlich in die Welt des Films einbringen. Die Frage war natürlich, ob das auch funktionieren würde, aber alles passt wunderbar zusammen.“ Dazu Nolan: „Ich habe noch nie mit jemandem gearbeitet, der derart davon überzeugt ist, dass das eigentliche Risiko in der Risikovermeidung besteht. Hans hat mir beigebracht, dass man manchmal in eine scheinbar falsche Richtung vorstoßen muss, um alle Möglichkeiten auszuloten – denn ohne das Ausprobieren kann es niemals wirklich außergewöhnliche Resultate geben. Bei jedem Film setzt er sich ein neues kreatives Ziel, das weit über das Praktische hinausgeht … oder so gar unerreichbar scheint.“ Über Selina Kyle und ihre Musik sagt Zimmer, dass dieses Thema „sehr zwiespältig wirkt, was viel interessanter ist, als wenn es nur Gut oder Böse signalisieren würde. Chris’ Filme stecken immer voller Mehrdeutigkeiten, und das möchte ich auch mit der Musik ausdrücken.“ Den roten Faden durch alle drei Filmmusiken bildet das Motiv, das Hans Zimmer für Bruce Wayne komponierte. „Er bekommt ein ganz einfaches Thema, ein Motiv aus zwei Tönen, das nie ganz aufgelöst wird“, berichtet er. „Ich wollte mit der Musik stets Bruces ‚Was wäre, wenn?‘ ausdrücken. Dennoch glaube ich, dass dieser Film auf eine Art Lösung zusteuert und dass diese beiden Töne sich so verändern, dass sie jetzt eine Antwort geben.“

Über den Abschluss der Trilogie des Dunklen Ritters sagt Christian Bale: „Es war ein bittersüßes Gefühl, als ich die Maske zum letzten Mal abnahm, denn mir persönlich hat es sehr viel bedeutet, diese Figur zu verkörpern. Immer wenn ich dieses Kostüm anzog, bekam ich Gänsehaut, weil ich die Ehre zu schätzen weiß, eine solche Ikone spielen zu dürfen. Ich kann mir nicht helfen – ich bin ungeheuer stolz darauf.“ Christopher Nolan sagt abschließend: „Bruce Waynes Story fasziniert die Menschen seit über 70 Jahren, weil es eine grandiose Geschichte ist. Wir waren begeistert, unsere Interpretation der Legende in diesen drei Filmen auf der Leinwand vorstellen zu dürfen. Das war eine sehr befriedigende Aufgabe. Wir sind sehr stolz auf diesen Abschluss, und wir hoffen, dass die Zuschauer ebenso enthusiastisch reagieren wie wir.“

 

Bildmaterial: (C) 2012 WARNER BROS. ENTERTAINMENT INC. AND LEGENDARY PICTURES FUNDING

Schreibe den ersten Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.