Sofia Coppola über ihren neuen Film „The Bling Ring“ mit Emma Watson

_DSC7909.NEF

 

Hatten Sie schon vor dem vanity fair artikel etwas vom Bling Ring gehört?

Ich erinnere mich noch daran, dass die Geschichte in den Nachrichten war, aber ich habe dem weiter keine Aufmerksamkeit geschenkt. Als ich dann aber den Artikel las, dachte ich, das klingt ja wie eine Filmstory. Die Aussagen der Kids machten mich echt betroffen: Wie konnten sie glauben, nichts Falsches getan zu haben? Auch dass sie hauptsächlich am Ruhm interessiert waren, der ihnen durch die Einbrüche zu Teil wurde. Die ganze Geschichte schien mir sehr viel über unsere Zeit und das Aufwachsen mit Facebook und Twitter auszusagen.

 

 

Wie haben Sie aus der Geschichte ein Drehbuch gemacht?

Ich habe die Transkripte der Journalistin Nancy Jo Sales und die Polizeiberichte gelesen, habe mich mit einigen der Kids getroffen und versucht, es so gut es ging zu verstehen. Dann habe ich mich daran erinnert, wie ich in dem Alter war und was wir damals so gemacht haben. Ich habe mir vorgestellt, wie es ist, Teil einer solchen Clique zu sein und all diese blöden Sachen zu machen, die man in diesem Alter so tut; wie sehr man dazugehören möchte. Und in Bezug auf die Eltern habe ich mir die Mutter einer der echten Mädchen in einer Reality- TV Show angeschaut und ihre Persönlichkeit entsprechend angelegt.

Was denken Sie über diese Kids?

Ich habe versucht emphatisch zu sein, nicht wertend. Ich will damit nicht sagen, dass das, was sie getan haben, okay war. Aber ich möchte, dass sich die Zuschauer ihr eigenes Urteil bilden. Ich mag dem Publikum grundsätzlich keine Gefühle vorschreiben. Es zeigt einfach, wie unsere Kultur Kinder beeinfl ussen kann, die von ihren Familien keine stabilen Werte vermittelt bekommen.

Aus europäischer Sicht wäre es undenkbar, dass teenager (wie die Neier Mädchen aus „pretty wild“) in einer reality- tv Show auftreten...

Ja, ich habe gedacht, wie all das diese Kids beeinfl usst haben muss, und wie normal ihnen Reality-TV heutzutage vorkommt, weil sie damit aufgewachsen sind. Die Vorstellung, keine Privatsphäre zu haben, ist zur Norm geworden. Ich bin mir nicht sicher, wie die Allgemeinheit über diese Kinder denkt. Ich glaube, die Leute sind davon fasziniert, wie weit sie es getrieben haben. Wir schauen uns alle gern mal Klatschblätter an, und diese Kids sind das Extrem davon.

 

_DSC6442.NEF

 

Stylistisch gesehen unterscheidet sich dieser film etwas von ihrem vorherigen: eine gradlinigere erzählweise, kürzere takes… warum?

Es passte zum Material, und das gibt mir immer vor, wie ich den Film anlege. Außerdem war ich nach SOMEWHERE in der Stimmung etwas Schnelleres zu machen. Aber es gibt auch längere Einstellungen, so wie die, wo das Haus aus der Ferne gezeigt wird und die beiden Kids rein und raus, von Zimmer zu Zimmer gehen. Dies vom gegenüberliegenden Hügel aus zu drehen, war die Idee von Kameramann Harris Savides. Ich liebe diese Einstellung und bin froh, dass Harris sich dafür eingesetzt hat als wir nach unterschiedlichen Arten suchten, die Einbrüche zu drehen.

Abgesehen von Paris Hiltons haus, haben Sie auch in anderen realen Promi-Häusern gedreht?

Ihr Haus war das einzige. Bei den anderen haben wir unsere eigene Version kreiert. Aber ich muss zugeben, dass es echt aufregend war, an einem der echten Tatorte zu drehen, ihre private Welt zu sehen, in ihre Schränke zu schauen…

Sie haben die sehr erfahrene mit Newcomern zusammengebracht. Warum?

Ich dachte, dass Emma großartig als Nicki sein würde, und ich arbeite immer gern mit jungen Talenten, die noch am Anfang stehen. Sie sind so frisch und voller Enthusiasmus. Ich mochte, dass sie tatsächlich erst 16 und 17 Jahre alt waren. Ich wollte, dass sie sich dabei wohl fühlen, Dinge auszuprobieren. Außerdem ließ ich sie vor dem Dreh so oft es ging gemeinsam abhängen, um sie als Gruppe zu festigen.

 

_DSC7003.NEF

 

© TOBIS Film.

Schreibe den ersten Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.